Banalität ist jeden Bürgers Zier

Kurt Schwitters’ Bühne, Kunst, Leben, Weisheiten, Banalitäten und Unsinn


Jeder kennt es: manche Ideen reifen still und im Verborgenen heran und dann plötzlich blühen sie auf und verwandeln sich in konkretes Handeln. So ging es Waltraud Heldermann, der Leiterin des freien Theaters taw-theater am werk e.V. schon lange mit der Idee, Kurt Schwitters’ Werk in einer Bühnen-Präsentation aufleben zu lassen.

Die Frankfurter Künstler Christoph Maasch (Schauspieler) und Katrin Zurborg (Jazz-Gitarristin und Komponistin) bringen die Auswahl von Texten mit Musik, die von Waltraud Heldermann ausgewählt und inszeniert wurde, auf die Bühne.

Kurt Schwitters (1887 bis 1948) war als Maler, Bildhauer, Typograph, Graphiker, Bühnenkünstler und Dichter tätig. Obwohl mit Dada (Stichwort: destruktural, antikonventionell, bewusst politisch) vielschichtig verbunden (gemeinsame Ausstellungen, Freundschaften mit vielen Dadaisten, Veröffentlichungen) zeigt Schwitters Werk aber auch ganz andere Tendenzen, die viel mehr dem Konstruktivismus und Existentialismus zuzuordnen sind. Weshalb in der einschlägigen Dadaliteratur Kurt Schwitters häufig als „Sonderfall“ aufgelistet wird. Jedenfalls hatte Schwitters selbst beispielsweise seine Merzkunst als einen „Hut“ bezeichnet, „der nur auf meinen Kopf passt“.
Schwitters entwickelte ein Verfahren, aus unterschiedlichsten Druckvorlagen und Abfall Collagen zu erstellen. In der ersten Collage war von dem Wort „Commerz“ das Schnipsel „merz“ übriggeblieben und gab dem Verfahren seinen Namen. Merz entwickelte sich dann zu einem Synonym für alle seine Tätigkeiten: Merzmalerei, Merzdichtung, Merzbau, Gesamtmerzkunstwerk.
Er selbst sagt über seine künstlerische Methode: mich beflügelt das Streben, nicht Spezialist einer Kunstart, sondern Künstler zu sein. Bei der Betrachtung und Deutung Schwitters künstlerischen Schaffens sollte immer der Gedanke mitschwingen, es könnte natürlich überall auch sein Humor durchscheinen.

Ensemble